Ein kuscheliges Heim für Fledermäuse

Arbings Pfarrkirche St. Georg ziert jetzt die Umweltplakette "Fledermäuse willkommen"
Stolz präsentieren Pfarrer Ludwig Samereier und Kirchenpfleger Martin Schächner (5. und 6. von links) eingerahmt von Planer Thomas Grassl (von links), Dr. Dorothea Friemel, Oliver Krall vom Diözesan-Bauamt und Bürgermeister Alfred Stockner sowie (von rechts) Landrat Erwin Scheider und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Elisabeth Sigrüner die Umweltplakette "Fledermäuse willkommen". −Fotos: Buchberger
Stolz präsentieren Pfarrer Ludwig Samereier und Kirchenpfleger Martin Schächner (5. und 6. von links) eingerahmt von Planer Thomas Grassl (von links), Dr. Dorothea Friemel, Oliver Krall vom Diözesan-Bauamt und Bürgermeister Alfred Stockner sowie (von rechts) Landrat Erwin Scheider und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Elisabeth Sigrüner die Umweltplakette "Fledermäuse willkommen". −Fotos: Buchberger

Arbing. Öffnungen am Traufblech geschaffen, das Schindeldach mit zahlreichen Löchern versehen, im Firstbereich Fledermausbretter für Wärmeglocken eingebaut oder für die Holzwurmbehandlung ausschließlich biologische Mittel benutzt: Die Arbinger Kirchenverwaltung hat bei der Sanierung der Pfarrkirche St.Georg (der Anzeiger berichtete) alles getan, um den Fledermäusen und Gebäudebrütern ihre angestammten Quartiere und "Wochenstuben" im alten Gotteshaus zu erhalten. Am Mittwochnachmittag wurde Kirchenpfleger Martin Schächner von der Sachgebietsleiterin Naturschutz am Landratsamt, Dr. Dorothea Friemel, im Beisein von Landrat Erwin Schneider und weiteren Ehrengästen dafür in einer Feierstunde die Aktionsplakette des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) "Fledermäuse willkommen" samt Dankeskunde überreicht.

Die Umweltbehörde hat die Aktion im Jahr 2005 ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, auf die Fledermäuse aufmerksam zu machen und die Wohnungsnot der kleinen Flugakrobaten zu lindern. Inzwischen sind über 1200 derartige Auszeichnungen in Bayern vergeben worden. Die Plakette wird künftig die Eingangstüre des alten Gotteshauses zieren, ein zweites Exemplar an anderer sichtbarer Stelle angebracht werden. Der Landrat bedankte sich namens des Landkreises für die "fledermausgerechte" Sanierung des Kirchengebäudes und die Rücksichtnahme auf die geschätzt 30 Tiere zählende Maus- und Langohr-Kolonie. Dies sei in der heutigen Zeit, in der man alles so zubaue, dass man in den Häusern fast ersticke, nicht mehr selbstverständlich. "Ihr habt auf die nützlichen und geschützten Tiere Rücksicht genommen und habt das im Sinne der Natur gut und richtig gemacht", zollte er den Sanierungsverantwortlichen ein dickes Lob. Dem Hutthurner Bautechniker Thomas Grassl, früher Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariates, der die Arbinger Kirchensanierung in enger Abstimmung mit dem Naturschutzamt und dem Passauer Diözesan-Bauamt geplant hat, überreichte "Fledermausexpertin" Dr. Friemel einen aus Holz gestalteten symbolischen Mauersegler – "eine kleine Auszeichnung als Ideengeber", wie sie betonte.

In luftiger Höhe im Dachstuhl der Kirche zeigt Planer Thomas Grassl auf eine geschaffene Einflugöffnung für Fledermäuse im Kirchendach.
In luftiger Höhe im Dachstuhl der Kirche zeigt Planer Thomas Grassl auf eine geschaffene Einflugöffnung für Fledermäuse im Kirchendach.

Fledermäuse, Mauersegler oder allgemein Gebäudebrüter: Das Thema werde bei Gebäudesanierungsmaßnahmen oft "hinten fallengelassen", bedauerte Grassl. Daher sei es wichtig, gerade von Seiten der Kirche als Vorbild zu dienen und solche Maßnahmen zu unterstützen und zu fördern. Es sei indes auch nicht selbstverständlich, solche Bauherren wie jene in Arbing zu haben, die die Maßnahmen mitmachten und aktiv unterstützten. Für diese "Vorzeigemaßnahme", die als Ansporn für andere Sanierungen dienen solle, zollte er Pfarrer BGR Ludwig Samereier und den Teams aus Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat Lob und Dank.

 

Den Ortstermin nutzten der Ortsgeistliche und der Pfarrgemeinderat auch dazu, dem Landrat, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feiern konnte, nachträglich zu gratulieren und für sein "stets offenes Ohr für kirchliche Belange" zu danken.− mbu

 

(ANA vom 11.06.2021)