Zu Gast in der Heimat des Pfarrvikars

28 Besucher aus Holzland und Inntal bereisten Indien – Dabei erschien ihr Foto auch in einer örtlichen Tageszeitung
Als Grabmal für eine Prinzessin wurde das Taj Mahal errichtet. Vor dem berühmten Bauwerk entstand dieses Gruppenfoto. Pfarrvikar Kumar Yangaladasu ist hier der 2. von rechts. −Fotos: Gumpendobler
Als Grabmal für eine Prinzessin wurde das Taj Mahal errichtet. Vor dem berühmten Bauwerk entstand dieses Gruppenfoto. Pfarrvikar Kumar Yangaladasu ist hier der 2. von rechts. −Fotos: Gumpendobler

Reischach/Perach. Mit ihrem Pfarrvikar Kumar Yangaladasu haben 28 Bürger aus dem Pfarrverband Reischach jüngst eine Reise in die Heimat des Geistlichen unternommen und Indien erkundet. Dabei lernten sie eine ganz und gar fremde Welt kennen.

Zunächst führte die Reise ins so genannte "Goldene Dreieck" – dazu zählen die Städte Delhi, Agra und Jaipur. Hier wurden Paläste, Tempel und viele weitere Sehenswürdigkeiten besichtigt. In Delhi sah man nicht nur die größte Moschee des Landes ("Jama Masjid"), sondern auch die Gedenkstätte von Mahatma Gandhi, den Lotus-Tempel und den Qutb-Komplex. Das darin befindliche 72 Meter hohe Minarett ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und mit herrlichen Ornamenten verziert.

Völlig chaotisch wirkt der Straßenverkehr in indischen Städten.
Völlig chaotisch wirkt der Straßenverkehr in indischen Städten.

Verkehr wirkt chaotisch: Verständigung durch HupenMit einer Busfahrt durch Delhi bekamen die Reisenden aus Inntal und Holzland einen ersten Eindruck von der so chaotisch wirkenden Fahrweise der Inder: Jeder scheint zu fahren wie er will – man verständigt sich durch ständiges Hupen. Auf vierspurigen Straßen mit Mittelstreifen kommen Busse und Lkw entgegen, Motorradfahrer, Rikschas oder von Pferden gezogene Karren, üblich sind auch Personengruppen auf der Fahrbahn und für die heiligen Kühe bremst jeder Fahrzeuglenker. Nicht zu vergessen ist das Tuk-Tuk, eine dreirädrige Auto-Rikscha, die in den Städten nicht wegzudenken wäre. Allein in Delhi gibt es 70000 solcher Gefährte mit grünem oder gelbem Dach.

 

Ein Spaziergang durch den Basar ließ die Reisenden die althergebrachten Handwerkskünste sehen sowie den Duft der unterschiedlichen Gewürze wahrnehmen und das Treiben in der Altstadt erleben. Auffallend farben-prächtig sind die Saris der Frauen: Diese traditionelle Kleidung wird zu jedem Anlass getragen.

Weiter ging es nach Agra, wo man das weltberühmte Taj Mahal besichtigte sowie die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches, Fatehpur Sikri ("Stadt des Sieges") und das "Rote Fort". Anschließend führte die Reise zur "rosaroten Stadt" Jaipur. Hier besichtigten die Reisenden das eindrucksvolle Wahrzeichen, den "Palast der Winde", der allerdings nur aus einer Fassade besteht. Früher verhalf er den zahlreichen Frauen des Maharadschas, einen Eindruck des Lebens außerhalb des Palastes zu bekommen, da sie diesen nicht verlassen durften. Per Jeep erreichten die Reisenden nun die einzigartige Festung Amber Fort. Sie liegt auf einem Bergkamm des Aravalli-Gebirges. Die Sternwarte Jantar Mantar schloss den Reigen der Besichtigungen im Norden Indiens ab.

Mit einem Inlandsflug ging es weiter nach Hyderabad, wo die Besucher den früheren Pfarrvikar des Pfarrverbandes Reischach, Pater Kishore, besuchten. Er führte durch das Kloster und die dazugehörige Schule mit Kindergarten.

Anschließend ging es per Bus zur Heimatdiözese des derzeitigen Pfarrvikars Kumar nach Vijayawada, wo man den dortigen Bischof besuchte. Höhepunkt war am Abend das große Fest zu Ehren der Jungfrau Maria. Mehr als eine Million Menschen pilgern jedes Jahr zu diesem Marienfest, bei dem die Besucher aus Reischach einen indischen Gottesdienst mitfeierten. Hier wurden sie ausdrücklich als Gruppe aus Reischach begrüßt, es wurden unzählige Selfies mit den Oberbayern gemacht. Wie sehr sie als Weiße für die Inder eine Sensation darstellen mussten, wurde deutlich, als sie am nächsten Tag Bilder von sich in der lokalen Tageszeitung fanden.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Heimatdorfe von Pfarrvikar Kumar, Kondapalli. Hier wurden die Reisenden königlich mit Salutschüssen und einem riesigen Blütenmeer empfangen. "Die Blüten wurden über uns geworfen und schmückten Köpfe und Körper", schildert eine Mitreisende begeistert. Nach einem herzlichen und schönen Empfangsprogramm lud die Familie Yangaladasu zum köstlichen Mittagessen mit Buffet ein. Anschließend bewunderten die Besucher die für diese Gegend typischen Holzschnitzer und ihre Arbeiten, ehe sie beim Bruder des Pfarrvikars zu Tee und selbst gebackenen Leckerbissen eingeladen wurden.

Besuch am Grab des hl. Thomas in Chennai Ein weiterer Inlandsflug brachte die Reisegruppe nach Chennai, wo die St.-Thomas-Basilika und das Grab des Hl. Thomas besucht wurden, bevor es zu einem Strandhotel in Mahabalipuram ging. Nach Besichtigung der wichtigsten archäologischen Funde in dieser Gegend Indiens – die fünf monolithischen Rathas, das größte Fachrelief der Welt (Arjunas Penance) und der Ufertempel – sowie einer Krokodil- und Schlangenfarm ließ die Gruppe den Urlaub am Hotelpool und in den Wellen des Golfs von Bengalen ausklingen.

"Für alle, die in ein erlebnisreiches, buntes, aber ein nicht immer einfaches Leben eintauchen möchten, den Duft der verschiedenen Gewürze genießen und sich von den vielen Sehenswürdigkeiten beeindrucken lassen wollen, ist Indien sicher eine Reise wert", so eine Teilnehmerin nach dem Besuch in diesem kulturell ganz anders geprägten Land.–red

 

(ANA vom 5.3.2020)