Den Hl. Sebastian gefeiert

Bruderschaft Endlkirchen: Festgottesdienst und Konvent
Die "Sebastianipfeile" der örtlichen Bäckerei segnet hier Pfarrer Ludwig Samereier. Das Gebäck wurde danach an die Gottesdienstbesucher verkauft. Auf dem Altar ist die Reliquie des heiligen Sebastian zu sehen, im Hintergrund Mitglieder des Reischacher Singkreises. −Foto: Hochhäusl
Die "Sebastianipfeile" der örtlichen Bäckerei segnet hier Pfarrer Ludwig Samereier. Das Gebäck wurde danach an die Gottesdienstbesucher verkauft. Auf dem Altar ist die Reliquie des heiligen Sebastian zu sehen, im Hintergrund Mitglieder des Reischacher Singkreises. −Foto: Hochhäusl

Endlkirchen. Zu einer besonderen Verehrung des Heiligen Sebastian haben sich die Mitglieder der gleichnamigen Bruderschaft am Sonntag in der Filialkirche Endlkirchen zusammengefunden. Dabei skizzierte Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier das Leben des "Pestheiligen" und freue sich, dass in dieser Vereinigung der Glaube individuell gelebt wird.

Zu Beginn des Festgottesdienstes, der vom Reischacher Singkreis unter Leitung von Klaus Hölzlwimmer feierlich gestaltet wurde, übertrug Pfarrer Ludwig Samereier die Reliquie des Heiligen Sebastian auf den Altar. Dabei erinnerte er an den Mut des Heiligen, der für seinen Glauben eingetreten ist und dafür von Kaiser Domitian verfolgt und gemartert wurde. Als Angehöriger der Leibgarde hatte Sebastian den Kaiser kritisiert, weil dieser sich mit Gott gleichstellen wollte. Der Imperator wollte ihn von Bogenschützen erschießen lassen, doch Sebastian überlebte und wurde gesund gepflegt. Als er sich weiterhin dem Kaiser widersetzte, ließ dieser ihn mit Keulen erschlagen. In der Kallistus-Katakombe in Rom kann der Sarkophag des Heiligen besucht werden. Das Abklingen einer Pestepidemie in Rom geht nach katholischer Tradition auf die Anrufung des Heiligen Sebastian zurück, weshalb er auch heute noch als "Pestheiliger" gilt. An die Pesttoten im 17. Jahrhundert wird an vielen örtlichen Pestfriedhöfen erinnert. Wie Pfarrer Samereier erklärte, ist diese Krankheit noch immer nicht ausgerottet, auch im europäischen Raum sind derartige Krankheitsfälle bekannt. Deshalb sei es wichtig, auch weiterhin auf die Fürsprache des Heiligen Sebastian zu vertrauen.

 

Wo der Glaube individuell gelebt wird"Bruderschaften" wie diese in Endlkirchen seien spirituelle Gemeinschaften, in denen der Glaube individuell gelebt wird, so der Ortsgeistliche. Bei diesem Gottesdienst segnete Pfarrer Ludwig Samereier auch die "Sebastianipfeile", ein Gebäck, das von der örtlichen Bäckerei hergestellt und an die Gottesdienstbesucher verkauft wurde.

Zum anschließenden Konvent im Gasthaus Auer hieß Vorsitzende Maria Werkstetter rund 70 Mitglieder willkommen. Dabei gab sie einen Überblick auf das vergangenen Jahr: Die Sebastianibruderschaft war gut vertreten bei allen kirchlichen Veranstaltungen, bei einer Betstunde um geistliche Berufe und erstmals bei einem Rosenkranz. Besonders beim 100-jährigen Jubiläum der "Flucht des Altöttinger Gnadenbildes" wurden die Gedenkveranstaltungen in Reischach, Altötting und Passau besucht. Ein Ausflug, zusammen mit der Männerkongregation, führte zu den Wallfahrtskirchen Maria Sossau und Bogenberg. Auch in diesem Jahr ist ein Ausflug, voraussichtlich nach Salzburg und zum Mattsee, geplant. 16 Mitgliedern konnte die Vorstandschaft zu runden Geburtstagen gratulieren.

Kassier Heinrich Freibuchner bezifferte die Einnahmen auf 1041 Euro, dem standen 426 Euro Ausgaben gegenüber. Die Bruderschaft zählt derzeit 147 Mitglieder. Johann Köpf hat die Kasse geprüft und eine ordentliche Führung bestätigt. Auf seinen Antrag hin wurden der Kassier und die Vorstandschaft entlastet.

Abschließend bat Pfarrer Ludwig Samereier die Anwesenden, ihren Kindern und Enkelkindern ein Vorbild im Glauben zu sein. Er bedauerte, dass es viele Leute gebe, die einsam und zurückgezogen leben. Diesen sollte Kontakt und Gemeinschaft angeboten werden, so der Pfarrer. − hok

 

(ANA vom 25.01.2020)