Humorvolle Suche nach einem Mesner

Jahre der Veränderungen in der Pfarrei – Gut besuchter Pfarrfamilienabend mit Berichten der Gremien
Die drei Lichtenwimmer-Brüder trugen als "Golderberger Gaudi-Buam" lustige Lieder und Gstanzln vor. −Fotos: Hochhäusl
Die drei Lichtenwimmer-Brüder trugen als "Golderberger Gaudi-Buam" lustige Lieder und Gstanzln vor. −Fotos: Hochhäusl

Reischach. Geprägt von Veränderungen war laut Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner das Jahr 2019. Neben einer neuen Kirchenverwaltung ist auch bei der Ambulanten Krankenpflege ein Wechsel in der Leitung eingetreten und im kommenden Jahr wird auch beim Kindergarten die Leitung in neue Hände gelegt. Beim Pfarrfamilienabend vor gut 120 Gästen im "Reischacher Hof" berichtete auch die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Edith Brunner, über ein ereignisreiches Jahr.

Michael Obereisenbuchner als Mitglied des Pfarrgemeinderates führte mal besinnlich und dann wieder amüsant durch das Programm, das der Kinderchor unter der Leitung von Lisa Stadler eröffnete. Obereisenbucher machte sich auch um die noch immer nicht gelöste Nachfolge von Mesner Martin Nock Gedanken.

 

"Teilzeitjob mit Luft nach oben"Im Arbeits-Outfit des Mesners beschrieb er diesen "Teilzeitjob mit Luft nach oben". So brauche er keine besondere Ausbildung, solle aber doch alles können. Er habe im "kirchlichen Fundbüro" rund 20 Brillen, zahlreiche Schlüssel und Schmuck zu verwalten und sei auch "Christbaumverantwortlicher". Er könne sich die Zeit frei einteilen, sollte aber stets verfügbar sein. Das Alter spielt keine Rolle, es wird aber körperliche Fitness vorausgesetzt, um das viele Treppensteigen bewältigen zu können. Idealerweise sollte er auch Imker sein, um mit seinem Pfarrer zu harmonieren. Als besondere Belohnung könne er an den Übungsstunden der Organisten zuhören. Für diesen lukrativen Job, so Michael Obereisenbuchner, müsste doch leicht jemand zu finden sein.

Michael Obereisenbuchner führte nicht nur durchs Programm, auch mit seiner Werbung für den Mesnerberuf erntete er viel Beifall.
Michael Obereisenbuchner führte nicht nur durchs Programm, auch mit seiner Werbung für den Mesnerberuf erntete er viel Beifall.

Eingangs erläuterte Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner, die Aufgaben von Pfarrkirchenstiftungen seien die Förderung von Verkündigung, Erziehung und Wohlfahrt. Für die Pfarrei Reischach bedeute dies, dass neben kirchlichen Belangen auch die Baulast für sechs Kirchen und weitere Liegenschaften wie Pfarrhof, Pfarrheim, Friedhof und Priesterhaus zu tragen sei. Auch die Trägerschaft des Kindergartens und die Ambulante Krankenpflege fallen in den Zuständigkeitsbereich der Katholischen Pfarrkirchenstiftung Reischach. Derzeit sind im Kindergarten und in der Krankenpflege 35 Mitarbeitern beschäftigt.

Im vergangenen Jahr seien für den kirchlichen Bereich Ausgaben von rund 145000 Euro angefallen. Diese Summe konnte nur mit Hilfe des Haushaltszuschusses der Diözese, sowie mit Mieteinnahmen aufgebracht werden. Leider, so Dr. Brunner, sei die Spendenbereitschaft rückläufig.

Seit Juli soll ein Verwaltungszentrum die Pfarrer und ehrenamtlich Tätige von administrativen Arbeiten entlasten. Bisher könne er jedoch noch keine Entlastung feststellen. Großen Dank sprach der Kirchenpfleger allen Helfern aus, die sich um die Pflege aller Liegenschaften kümmern.

Ab 2020 eine neue Leitung für den KindergartenEinen deutlichen Aufschwung erlebte der Kindergarten "St.Martin", in dem die Zahl der Kinder binnen Jahresfrist von 86 auf 101 angestiegen war. Dies hatte zur Folge, dass das Personal auf derzeit zwanzig Mitarbeiter aufgestockt werden musste. Im kommenden Jahr wird der Erweiterungsbau fertiggestellt, so dass dann 105 Regelkinder und 30 Krippenkinder betreut werden können. Da nächstes Jahr 2020 die Leiterin in den Ruhestand geht und auch weitere Mitarbeiterinnen ausscheiden, muss Ersatzpersonal eingestellt werden, so Brunner.

Bei der Ambulanten Krankenpflege mit der neuen Leiterin Veronika Latta betreuen 15 Pflegekräfte 75 Patienten. Der wichtige Förderverein zur Krankenpflege, so Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner, zählt derzeit 310 Mitglieder. Er gab auch bekannt, dass eine Renovierung des Schwesternhauses, in dem die Ambulante Krankenpflege ihren Sitz hat, bevorsteht. Abschließend bedankte sich Dr. Brunner bei allen Beschäftigten, "die sich an den neuen Kirchenpfleger gewöhnen mussten" und dankte auch der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit.

Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Edith Brunner, berichtete von einem ereignisreichen Kirchenjahr. Für ihre großen sozialen Verdienste erhielt die frühere Leiterin der Ambulanten Krankenpflege, Marianne Unterstraßer, die Stephanusmedaille des Bistums Passau. Edith Brunner erinnerte an Kirchenfeste wie die Erstkommunion, ein "Tauferinnerungs-Wortgottesdienst", Ölbergandachten, Maiandachten, Ewige Anbetung, Erntedank und Lobpreis-Andachten. Erstmals, so Edith Brunner, fand eine gemeinsame Pfarrverbandswallfahrt nach Altötting statt, bei der sich die Pilgerzüge aus Arbing, Erlbach, Perach und Reischach vereinigten. Alle Ehe-Jubelpaare wurden zu einer Feier eingeladen, auch für einen Ministrantenausflug, sowie der Beteiligung am Ferienprogramm zeichnete der Pfarrgemeinderat verantwortlich. Dieses Gremium hat auch drei Zeitzeugentreffen, sowie die Durchführung von Seniorenkursen "Lebensqualität im Alter (LeA) organisiert.

Über ein "ruhiges Jahr" berichtete der neue Kirchenpfleger von Endlkirchen, Heinrich Freibuchner. So seien neben kleinen Reparaturmaßnahmen auch der Turm und der Dachraum der Kirche gereinigt worden. Geld in die Kirchenkasse brachte das Pfarrfest, dessen Organisation immer eine Herausforderung für die Pfarreifiliale sei. Dank der guten Vorarbeit seines Vorgängers stehe die Filialkirche auf "gesunden Füßen", so Heinrich Freibucher.

45 Kinder in der Mu-Ki-GruppeVertreterinnen der Mutter-Kind-Gruppe berichteten, dass in drei Gruppen mit 45 Kindern gespielt und gebastelt wird.

Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier zwei besondere Ereignisse heraus: die Feier zum 100-jährigen Jubiläum der Flucht des Altöttinger Gnadenbildes, das 1919 im Reischacher Pfarrhof für eine Nacht Zuflucht fand, sowie die Weihe von Benjamin Bössenroth zum ständigen Diakon am 9. November in Passau. Samereier dankte den Helfern und besonders Gemeindereferent Hans Salzinger, der eine wahre Ideenbörse sei. − hok

 

(ANA vom 02.12.2019)