Gottes Segen für Ross und Reiter

Der traditionsreiche Leonhardiritt brachte 40 Pferde und mehrere hundert Zuschauer nach Steinhausen
schön herausgeputzt sind Reiterinnen und Pferde. Dafür bekamen sie den Schönheitspreis.
schön herausgeputzt sind Reiterinnen und Pferde. Dafür bekamen sie den Schönheitspreis.

Erlbach. Über einen regen Zuspruch, wenn auch etwas dezimiert bei Reitern und Zuschauern gegenüber dem Vorjahr, haben sich die Initiatoren des traditionelle Leonhardiumritt in Steinhausen am Samstag gefreut. Mehrere Hundert Zuschauer kamen zur Reischacher Filialkirche, die dem "Viehpatron St. Leonhard" geweiht ist, um den alljährlichen Pferdeumritt zu erleben.

Der Ortsgeistliche Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier erteilte Ross und Reitern den Segen, nachdem er vorher das Leonhardiamt zelebriert hatte, zu dem er auch Fußpilgergruppen aus Erlbach, Perach und Arbing begrüßen konnte.

 

41. Veranstaltung seit der Wiedereinführung 1979

Der Steinhausener Leonhardiumritt fand heuer zum 41. Mal nach seiner Wiedereinführung 1979 statt. Unter der Leitung von Josef Peterbauer hatte das Leonhardi-Komitee diese Veranstaltung gut vorbereitet, so dass die rund 40 Pferde mit Reitern und Führern beste Verhältnisse vorfanden. Angeführt von der Reischacher Blaskapelle zogen die Reiter an den Zuschauern vorbei, ehe sie nach einer weiten Runde, vorbei am herbstlichen gefärbten Wald, zur Kirche zurückkamen. Beim zweiten Vorbeiritt erteilte Pfarrer Ludwig Samereier Ross und Reiter den Segen. Eine Augenweide war die historische Reitergruppe vom Brauchtumsverein Erharting – Leo Biermeier stellte hier den Hl. Leonhard dar.

Vor der Kulisse der Steinhausener Kirche führen zwei Reiterinnen den Umritt an. Die beiden Fahnen wurden vorher in der Kirche gesegnet.
Vor der Kulisse der Steinhausener Kirche führen zwei Reiterinnen den Umritt an. Die beiden Fahnen wurden vorher in der Kirche gesegnet.

Die Jury des Leonhardi-Komitees, bestehend aus Franz Maier sowie Bernhard und Manfred Rothenaicher, sprach der Reitergruppe Bischof aus Pleiskirchen den Schönheitspreis zu.

Den Schönheitspreis für die Jugend erhielt Maria Bauer aus Reischach und als jüngste Reiterin wurde die dreijährige Luise Dobler aus Hirten ausgezeichnet. Der Kutschenpreis ging an Karl Staudinger aus Wald, den Mehrheitspreis erhielt der "Stegerhof Berg", der mit neun Ponys beim Umritt vertreten war. Alle Preisträger erhielten Holztafeln mit dem Motiv des Heiligen Leonhard, die von Martin Peterbauer angefertigt worden waren, sowie eine Rosette, die Dr. Ralph und Sony Basting gestiftet hatten.

Die historische Reitergruppe des Brauchtumsvereins Erharting mit Leo Biermeier als Hl. Leonhard.
Die historische Reitergruppe des Brauchtumsvereins Erharting mit Leo Biermeier als Hl. Leonhard.

Im Festzelt versorgten Mitglieder der KLJB Reischach die hungrigen Gäste mit Brotzeiten, Kaffee, Kücheln und Kuchen. Als Ehrengäste konnte Josef Peterbauer neben den Bürgermeistern von Erlbach und Perach auch MdL Dr. Martin Huber willkommen heißen.

 

Die Ursprünge reichen bis 1430 zurück

Wie Pfarrer Samereier in seiner Festansprache erklärte, geht die Verehrung des Heiligen Leonhard in Steinhausen bereits bis zum Jahr 1430 zurück. Heute wird er als Viehpatron mit dem Attribut einer Kette verehrt. Das Geburtsjahr dieses Heiligen wird auf das Jahr 500 geschätzt. Von Mitleid erfüllt, setzte er sich für Notleidende und Gefangene ein und sprach beim König für deren Freilassung vor. Er lehnte die angebotene Bischofswürde ab und lebte als Eremit, wo er sich um Kranke und Gefangene kümmerte.

Den Kutschenpreis erhielt Karl Staudinger aus Wald b. Winhöring.
Den Kutschenpreis erhielt Karl Staudinger aus Wald b. Winhöring.

Die Legende besagt, dass durch Gebete des Heiligen Leonhard auf wundersame Weise Ketten von Gefangenen zersprungen seien. Im Lauf der Zeit wurde das Attribut der Kette den Tieren zugeordnet und so wurde aus dem Heiligen Leonhard der Viehpatron, der insbesondere mit Pferdeumritten verehrt wird.− hok

 

(ANA vom 5.12.2019)