"Einer der Großen in unserem Dekanat"

Ludwig Demmelhuber als Kirchenpfleger verabschiedet – Lob für Johann Hansbauer und Konrad Hinterwinkler

Die Geehrten mit ihren Ehefrauen sowie Pfarrer, Dekan und Bürgermeister: Alfred Stockner (von links), Ludwig Demmelhuber, Heribert Schauer, Ottilie Demmelhuber, Johann und Waltraud Hansbauer, Marianne und Konrad Hinterwinkler sowie Edith Brunner (oben von links), Dr. Josef Brunner und Ludwig Samereier. −Foto: Brandl Die Geehrten mit ihren Ehefrauen sowie Pfarrer, Dekan und Bürgermeister: Alfred Stockner (von links), Ludwig Demmelhuber, Heribert Schauer, Ottilie Demmelhuber, Johann und Waltraud Hansbauer, Marianne und Konrad Hinterwinkler sowie Edith Brunner (oben von links), Dr. Josef Brunner und Ludwig Samereier. −Foto: Brandl

 

Reischach. Mit Geschenken, Ehrungen und Lob regelrecht überschüttet worden sind am Dienstag Ludwig Demmelhuber und Johann Hansbauer: Die beiden haben sich lange Zeit in der Kirchenverwaltung engagiert und wurden nun bei der Veranstaltung der Pfarrei im Nebenraum des Gasthauses Berger mit viel Applaus verabschiedet.

Auch Konrad Hinterwinkler stand im Mittelpunkt: Er ist nach 25 Jahren im Pfarrgemeinderat in die Kirchenverwaltung gewechselt. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Edith Brunner sprach von "aufopfernder Mitarbeit", die Hinterwinkler geleistet habe. Auch Pfarrer Ludwig Samereier sagte Vergelt’s Gott und überreichte ihm eine von Bischof Stefan Oster unterschriebene Dankurkunde. Er lobte ihn für seinen Sachverstand und bedankte sich bei ihm mit einer guten Flasche Wein und der Überreichung von Ehrennadeln der Marianischen Männerkongregation sowie mit einem Strauß Blumen bei Hinterwinklers Ehefrau Marianne. Hinterwinkler selbst meinte: "Ich war immer gerne dabei, es machte mir Spaß!"

"Du hast immer angepackt, wenn etwas zu tun war!" An Johann Hansbauer, der 24 Jahre in der Kirchenverwaltung gewirkt hat, wandte sich Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner: Er habe das Gremium ein knappes Vierteljahrhundert begleitet und dabei stets Sinn für das Praktische an den Tag gelegt: "Du hast immer angepackt, wenn etwas zu tun war!" Auch seine Fahrzeuge und Geräte sowie bisweilen Flächen seines Hofes habe er zur Verfügung gestellt, wenn dies nötig war. Er sei ein überzeugter Verfechter der Tradition, das Friedenslicht aus Betlehem nach Reischach zu bringen. Brunner würdigte Hansbauers große handwerkliche Erfahrung, die etwa bei Neubauten oder Dachsanierungen von Nutzen war. Auch ihm überreichte Ludwig Samereier eine Dankurkunde des Bischofs, MC-Ehrennadeln und einen Einkaufsgutschein für den Domladen in Passau. Für Erheiterung sorgte die Überreichung eines österreichischen Feuerwehrhelms aus dem Jahr 1934 an den begeisterten Feuerwehrmann Hansbauer. Seiner Frau Waltraud wurde ein Strauß Blumen überreicht. Hansbauer zeigte sich "überrascht" von den vielen Ehrungen und sagte, er sei mit Freude dabei gewesen. "Danke für die unbändig schöne Zeit", merkte er an. Jetzt aber wolle er Jüngeren das Feld überlassen.

Die weitaus längste Zeit nahm die Ehrung von Ludwig Demmelhuber in Anspruch, der sage und schreibe 42 Jahre in der Kirchenverwaltung mitgewirkt hat, davon 24 Jahre als Kirchenpfleger. Seine Verdienste "lassen sich in einer Rede nicht annähernd würdigen", meinte sein Nachfolger Dr. Josef Brunner: Seine erste Wahl in die Kirchenverwaltung war 1976 erfolgt. Bei den vielen Liegenschaften, die die Pfarrei hat, gab es in den Jahren seither immer etwas zu sanieren oder neu zu bauen. Beispielhaft nannte Brunner u.a. den alten Pfarrhof, der 1980 vor dem Abriss gerettet wurde, den Anbau eines Aufenthaltsraumes ans Leichenhaus oder die Instandsetzung des Kirchen-Nebengebäudes. Zwei Kapellen erhielten in seiner Amtszeit neue Glocken: St. Antonius in Reischach sowie St. Veit in Berg. Auch Demmelhubers Verdienste um die Sicherung verschiedener Wegerechte um Kirchengebäude blieben nicht unerwähnt. Und: Demmelhuber habe beim Friedhof vorausschauend beizeiten ein Grundstück für die Erweiterung des Gottesackers erworben. Auch neue Bestattungs-Arten seien dort nun möglich.

Demmelhuber habe zwei Firmen mit mehreren Mitarbeitern ehrenamtlich geführt, so Brunner weiter: Den Kindergarten und die Ambulante Krankenpflege. Hier habe er zukunftsorientierte Personalarbeit geleistet, sein Handeln sei stets von tiefen sozialen und geistlichen Überzeugungen geprägt gewesen.

Der scheidende Kirchenpfleger sei federführend bei der Ausrichtung des Leonhardiritts in Steinhausen gewesen, habe die Verbindungen der Pfarrei zu ihren ehemaligen Priestern und jenen Geistlichen aufrecht erhalten, die aus Reischach hervor gingen und den Anstoß zu wichtigen Beiträgen zur Geschichtsforschung und für Infos an die Öffentlichkeit gegeben. Nicht unerwähnt blieb Demmelhubers Leidenschaft für die Fotografie. Die Bilder wurden häufig bei Pfarrfamilienabenden gezeigt. Bei Ausflügen habe Demmelhuber ein "Füllhorn geschichtlicher Informationen" ausgeschüttet, so Brunner.

Auch Pfarrer Ludwig Samereier lobte Demmelhubers Weitblick: Er habe immer auch seine Verbindungen aus dem Beruf als Bankdirektor nutzen können. Dass der Pfarrverband Reischach heute das vorbildlichste Büro der ganzen Diözese habe, sei ihm zu verdanken. Vertreter anderer Pfarreien kämen nach Reischach, um sich hier zu informieren. Hier gebe es ein kleines Museum mit volkskundlichen Gegenständen im Keller und eine "super sanitäre Ausstattung". Auch in Sachen Arbeitssicherheit sei man vorne.

Samereier lobte es als großes Talent Demmelhubers, dass er immer wieder Leute für die Mitarbeit zu gewinnen verstand. Demmelhuber sei auch selbst ein aktiver Christ und auch mal für einen Spaß zu haben. Der Geistliche merkte an, dass Demmelhuber einerseits die Traditionen der Kirche lebe, andererseits aber dem Modernen gegenüber aufgeschlossen sei.

Dekan Heribert Schauer aus Neuötting lobte Demmelhuber als "einen der Großen in unserem Dekanat", ihm gebührten Respekt und Hochachtung. Sein Wirken sei weit über die Heimatpfarrei hinaus gegangen. Bei Veranstaltungen für Kirchenpfleger habe er durchaus auch gewagt, "hohen Herren" aus Passau zu widersprechen. Dennoch habe man dort seinen Rat geschätzt, wusste man doch, dass er "kein Schmatzer, sondern Praktiker" ist.

Bürgermeister Alfred Stockner setzte die Reihe der Lobesworte fort: So sei Johann Hansbauer nicht nur in der Pfarrei, sondern auch in vielen Ortsvereinen aktiv, darunter bei der Feuerwehr. Ludwig Demmelhuber habe das Amt des Kirchenpflegers seinerzeit von seinem, Stockners, Vater übernommen und habe auf diesem Gebiet "nicht nur verwaltet, sondern verbessert, optimiert und schlagkräftig aufgestellt." Auch er sei anderweitig vielseitig tätig, darunter beim Sport- und beim Musikverein.

Durch Ludwig Samereier wurden Demmelhuber viele Geschenke zuteil, darunter zwei von Helmut Stöhr gemalte Demmelhuber-Porträts, eine "Patrona-Bavariae"-Medaille sowie ein Gutschein für eine Fahrt nach Maria Lofer. Ehefrau Ottilie Demmelhuber erhielt einen schönen Strauß Blumen. Von Martin Peterbauer, dem jüngst verabschiedeten Kirchenpfleger-Kollegen aus Endl-kirchen, gab’s ein selbst geschnitztes Kruzifix.

Sechs Bürgermeister und drei Pfarrer "verschlissen" Ludwig Demmelhuber, der in seiner Zeit als Kirchenpfleger nach eigenen Worten rund 45 Millionen Euro umgesetzt hat, merkte in seiner Dankadresse an, er habe vor großen Entscheidungen immer Kontakt zur Gottesmutter gesucht: "Meist hat es hingehauen!" Von den Ehrungen und Geschenken zeigte er sich "überwältigt." Seine Aufgabe als Kirchenpfleger habe er immer mit Freude ausgeübt. Augenzwinkernd erinnerte an die drei Ortsgeistlichen und sechs Bürgermeister, die er in 42 Jahren "verschlissen" habe.

Er dankte Johann Hansbauer für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und Martin Peterbauer, den er als "14. Nothelfer" kennengelernt habe. Er, Demmelhuber, habe das Gefühl, dass er seinem Nachfolger geordnete Kassen übergebe. Und: "Die 15 Gebäude können sich einigermaßen sehen lassen", wie er sagte. Sein Dank galt der Familie, vor allem seiner Frau, die ihn während zahlloser Sitzungen und Versammlungen entbehren musste. Seinem Nachfolger wünschte er eine glückliche Hand. − afb

 

(ANA vom 06.05.2019)