Ein halbes Leben der Kirche gewidmet

Langjähriger Endlkirchener Kirchenpfleger Martin Peterbauer in den Ruhestand verabschiedet

Mit einem Präsent bedankte sich die Kirchenverwaltung Endlkirchen, vertreten durch Josef Maierhofer (von links), Kirchenpfleger Heinrich Freibuchner bei Martin Peterbauer und seiner Frau Christine. Auch Pfarrer Ludwig Samereier sagte "Vergelt’s Gott." −Foto: Hochhäusl Mit einem Präsent bedankte sich die Kirchenverwaltung Endlkirchen, vertreten durch Josef Maierhofer (von links), Kirchenpfleger Heinrich Freibuchner bei Martin Peterbauer und seiner Frau Christine. Auch Pfarrer Ludwig Samereier sagte "Vergelt’s Gott." −Foto: Hochhäusl

 

Endlkirchen. Mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens hat Martin Peterbauer in den Dienst der Kirche gestellt. Insgesamt 42 Jahre war er Mitglied der Kirchenverwaltung von Endlkirchen, davon 30 Jahre als Kirchenpfleger. Am Freitag wurde er bei einem Festakt im Gasthaus Auer im Beisein der Kirchenverwaltung, von Vertretern der Pfarrei Reischach und von Kirchenbediensteten aus diesem Gremium verabschiedet. Dabei wurde die außergewöhnliche Lebensleistung Martin Peterbauers gewürdigt.

Sein Nachfolger im Amt des Kirchenpflegers, Heinrich Freibuchner, nannte seinen Vorgänger einen Mann der Taten mit viel Fleiß, Durchsetzungsvermögen und einer künstlerischen Ader. In seiner Amtszeit als Kirchenpfleger wurde die Filialkirche "St. Michael" in Endlkirchen zu einem Schmuckstück: "Der Martin hatte immer neue Ideen und hat immer was zum Herrichten gefunden", so Heinrich Freibuchner. Er hat dabei alles gut durchdacht und gründlich vorbereitet. Als "Allrounder" verstand sich Martin Peterbauer auf die Arbeiten der Gewerke Maurer, Maler, Zimmerer, Schreiner und Restaurator. Durch viel Eigenleistung wurde die Kirchenkasse geschont und trotzdem viel geschaffen. Es verging kaum ein Jahr, in dem nicht etwas restauriert, verbessert oder neu angeschafft wurde. Die größte Herausforderung war 2015 die große Renovierung des Kirchendaches, bei der 1200 freiwillige Arbeitsstunden geleistet wurden.

Zur Abschlussfeier dieser Renovierung konnte sich Diözesanbischof Dr. Stefan Oster von der großen Leistung der Endlkirchener überzeugen. Die Summe aller Investitionen in der Amtszeit von Martin Peterbauer bezifferte Heinrich Freibuchner auf rund 400000 Euro, trotzdem sei in der Kirchenkasse noch Geld vorhanden. Dies alles war nur möglich durch viel Eigenleistung, sowie Zuschüsse der Diözese und der Kommune. Alle Maßnahmen erfolgten in Abstimmung mit dem Heimatpfleger Alois Stockner, der ihn als "den besten Kirchenpfleger" betitelte. "Ich weiß, was der Martin geleistet hat, er ist ein außergewöhnlicher Mensch. Er hat der neuen Kirchenverwaltung wenig Arbeit und dafür Geld zurückgelassen", so das Fazit des neuen Kirchenpflegers.

"Er hat Unmögliches möglich gemacht!"Worte der Anerkennung fand auch Ludwig Demmelhuber, der als Kirchenpfleger von Reischach 25 Jahre mit Martin Peterbauer zusammengearbeitet hatte: "Er hat im gesamten Pfarrverband und weit darüber hinaus viele Reparaturen ausgeführt, unzählige Holzwürmer bekämpft und mit den von ihm geschnitzten Figuren bleibende Erinnerungen geschaffen!" In den meisten Kirchen steht ein zum Stil der Kirche passender Ambo aus der Werkstatt von Martin Peterbauer. Als Phänomen bezeichnete Ludwig Demmelhuber die Tatsache, dass trotz der vielen Investitionen noch Geld übrig sei.

"Martin Peterbauer hat Unmögliches möglich gemacht", skizzierte Pfarrverbandspfarrer Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier, das autodidaktische Wesen des bisherigen Kirchenpflegers. Durch Ausprobieren und Lernen sei er zu einem Allrounder geworden, der unter der Amtszeit dreier Pfarrern segensreiche Arbeit geleistet habe. Er habe es verstanden, mit seinem Optimismus, seinem Können und seinen Ideen immer freiwillige Helfer zu mobilisieren. Für schwierige Aufgaben fand Martin Peterbauer immer eine Lösung. So sei die teils bogenförmige und ansteigende Friedhofsmauer mit "einer Rundschnur und einer lügenden Wasserwaage" geschaffen worden, wie Martin Peterbauer immer scherzhaft erklärte.

Pfarrer Samereier würdigte auch Martin Peterbauers Verdienste um den Leonhardiritt in Steinhausen, der nach langer Unterbrechung unter seiner Mitwirkung wieder zum Leben erweckt wurde. Auch mit der Sebastianibruderschaft sei er eng verbunden, er wirkte in der Vorstandschaft mit und hat eine Prozessionsfigur, sowie einen Reliquienschrein geschaffen. Mit einem Präsent bedankte sich die Vorsitzende Maria Werkstetter bei Martin Peterbauer.

Auch die Marianische Männerkongregation überreichte eine Urkunde und von der Pfarrei Reischach erhielt der Geehrte ein Aquarellbild mit der Kirche von Endlkirchen, gemalt vom Helmut Stöhr. Ludwig Samereier beschenkte Martin Peterbauer mit einem Portrait mit dem Motiv: "Martin Peterbauer". "Wenn Du auch jetzt im Ruhestand bist, hoffen wir doch, dass wir bei Bedarf auf Dich zurückgreifen können" erbat der Ortsgeistliche.

Seine Figuren stehen auch in Indien oder RumänienZurückblickend erinnerte sich Martin Peterbauer, als er 1988 zu Beginn seines Wirkens als Kirchenpfleger eine desolate Kirche ohne Altar vorgefunden hatte. Dank der Gaben, die ihm der Herrgott gab, habe sich die Filialkirche "St. Michael" im Lauf der Zeit in ein Kleinod verwandelt. Von ihm geschnitzte Figuren zieren nicht nur im Pfarrverband, sondern auch in Indien und Rumänien mehrere Kirchen.

Bleibende Erinnerungen waren die Verleihung der Stephanusplakette der Diözese Passau, sowie der Bischofsbesuch zum Abschluss der Kirchenrenovierung, bei dem Bischof Dr. Stefan Oster den von ihm geschaffenen Reliquienschrein gesegnet hatte. Dankbar sei er auch seiner Frau Christine, die ihn in jeglicher Form unterstützt und auch immer die Werte der Kunstgüter erkannt habe. Er sei zufrieden mit seinem Wirken zum Wohl der Filialkirche und sei sich sicher, seinem Nachfolger ein "wohlgeordnetes Gotteshaus" hinterlassen zu haben. − hok

 

(ANA vom 10.04.2019)