Pfarrcaritas gibt Trägerschaft ab

Vorsitzender: Aufgabe ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen – Gemeinde prüft örtliche Lösung

02.04.2019 | Stand 01.04.2019, 17:02 Uhr
 

Perach. Der Pfarrcaritasverein gibt die Trägerschaft des örtlichen Kindergartens ab. Dies wurde, wie bereits kurz berichtet, bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Oberwirt statt.

Caritas-Vorsitzender Sepp Riglbauer erläuterte die Gründe für die geplante Abgabe der Trägerschaft des Kindergartens. Mit Ehrenamtlichen sei diese Aufgabe nicht mehr zu stemmen, meinte der Vorsitzende. Insgesamt elf Sitzungen und weitere Zusammenkünfte seien im vergangenen Jahr nötig gewesen. Der Trend gehe mehrheitlich zu einer Übergabe der Trägerschaft an die Diözese Passau.

Hierzu meinte Bürgermeister Eder: Die Gemeinde will prüfen, ob nicht eine Trägerschaft auf VG-Ebene oder sogar auf örtlicher Basis möglich sei. Wenn Passau zuständig werde, gebe man weite Teile der Planungshoheit des Kindergartens aus der Hand. Ferner wird eine monatliche Verwaltungsgebühr in Höhe von 1000 Euro fällig.

"Ich kann auf menschlicher Sicht durchaus verstehen, dass Ehrenamtliche diese Aufgabe nicht mehr leisten können", sagte Eder. Er bedankte sich ausdrücklich für die jahrelange Arbeit zum Wohle des Kindergartens.

Drei Mitglieder stimmten dagegenBei der anschließenden Abstimmung stimmten drei Mitglieder gegen die Abgabe der Trägerschaft zum 1. Januar 2020. Somit wird sich ab kommenden Jahr der Caritas-Ortverein sich nicht mehr um die Belange des Kindergartens kümmern müssen. Wer indes die Trägerschaft übernimmt, muss erst geklärt werden.

Sepp Riglbauer erinnerte an das Kinderzeltlager in Berg. Unter dem Motto "Mittelalter" vergnügten sich die Kinder zwei Tage lang, dies im Rahmen des Ferienprogramms. Ein Basar mit Kinderwaren wird laut Riglbauer zweimal im Jahr durchgeführt und erfreut sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden hier nach Angaben von Kassier Tanja Haack 2200 Euro eingenommen. Für die Durchführung werden laufend weitere Helfer gesucht, die sich gerne beim Vorstand melden können. Ein herzliches Vergelts Gott richtete Riglbauer an die Spendensammler die zweimal im Jahr von Tür zur Tür im Ort gehen. Mit dem Erlös – im vergangenen Jahr 3150 Euro – werden wohltätige und gemeinnützige Projekte unterstützt.

Mit einem Verkaufsstand beteiligte sich der Verein bei der letztjährigen Dorfweihnacht. Unter anderem wurden Artikel von den Rupertiwerkstätten angeboten, die bis auf das letzte Teil verkauft werden konnten. Mit dem Erlös wurden die "Helfer vor Ort" und auch ein Projekt in Uganda bedacht. Aber auch mit einem Kranken- und Jubilarbesuchsdienst ist der Caritasverein aktiv. Den aktuellen Mitgliederstand bezifferte Riglbauer mit 123 Personen, zwei mehr als im Vorjahr.
Mit Genugtuung registrierten die Mitglieder den Bericht von Kassenverwalterin Tanja Haack, die Entlastung erfolgte einstimmig. Von den letzten Basaren habe der Verein das Frauenfrühstück im Ort unterstützt, die Bänke im und vorm Kindergarten repariert und einen Trettrecker für den Kindergarten angeschafft. Eine Spende von jeweils 1000 Euro ging an die Helfer vor Ort Reischach und an die Uganda Hilfe. Wie Haack auf Nachfrage der Heimatzeitung sagte, sei man im vergangenen Jahr trotzdem noch in diesem Jahr mit einem Gewinn von 1000 Euro rausgegangen, teilte Haack mit.

Ingried Kellner berichtete von dem monatlich stattfindenden Frauenfrühstück, dass im neuen Bürgerhaus abgehalten wird. Im Durchschnitt beteiligen sich 28 Frauen an der Zusammenkunft. Ein reichhaltiges Büfett wird von Ingried Kellner und Paula Lobenhofer zusammengestellt. Die Unkosten werden durch einen Obolus der Teilnehmerinnen, sowie durch einen kleinen Zuschuss des Vereins gedeckt. Spendensammler Franz Mehlstäubl gab zu bedenken, dass einige Bürger bei der Haussammlung nichts spenden wollten, weil das Frauenfrühstück unterstützt wird. Kellner meinte hierzu: "Die Teilnehmer bezahlen zu einem Großteil ihr Essen selbst. Es steht der soziale Aspekt im Vordergrund." − hoi

 

(ANA vom 02.04.2019)