90 Jahre im Dienst alter Menschen

Reischacher Sozialstation feiert Jubiläum mit Festgottesdienst

29.03.2019 | Stand 29.03.2019, 00:38 Uhr

Alle Mitarbeiter der Reischacher Sozialstation wurden nach dem Festgottesdienst von Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Edith Brunner, sowie Pfarrer Ludwig Samereier (1. bis 3. von rechts) geehrt. −Fotos: Hochhäusl Alle Mitarbeiter der Reischacher Sozialstation wurden nach dem Festgottesdienst von Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Edith Brunner, sowie Pfarrer Ludwig Samereier (1. bis 3. von rechts) geehrt. −Fotos: Hochhäusl

 
Mit einem Präsent bedanken sich Pfarrer Ludwig Samereier und Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner bei Ludwig Demmelhuber (rechts), der als Kirchenpfleger 24 Jahre lang die Sozialstation verwaltet hat. Mit einem Präsent bedanken sich Pfarrer Ludwig Samereier und Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner bei Ludwig Demmelhuber (rechts), der als Kirchenpfleger 24 Jahre lang die Sozialstation verwaltet hat.

Reischach. Mit einem eindrucksvollen Gottesdienst hat die Pfarrei Reischach das 90-jährige Bestehen der Ambulanten Krankenpflegestation am Sonntag gefeiert. Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier erinnerte an die Anfänge dieser Institution, die im Zuständigkeitsbereich der Katholischen Pfarrkirchenstiftung liegt. Durch die Reformen in der Kranken- und Altenpflege gewinne die Ambulante Pflege immer mehr an Bedeutung, so Samereier.

Durch immer kürzere Verweildauer im Krankenhaus und angestrebte Kosteneinsparungen sei seit längerer Zeit eine Wandlung im Gesundheitswesen eingetreten, so Pfarrer Samereier. Krankenhäuser nähmen Patienten nur noch so lange auf, wie sie an das hochspezialisierte und teure System zwingend angewiesen sind. Die häusliche Pflege gewinne deswegen immer mehr an Bedeutung, auch weil alte und kranke Menschen lieber in ihrem gewohnten Umfeld bleiben wollen.

Rund 70 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden von Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn zu Hause gepflegt, hieß es. Eine wertvolle Unterstützung fänden diese Helfer in der "Ambulanten Krankenpflege", wie sie von der Sozialstation angeboten wird. Hier betreuen derzeit zehn Mitarbeiterinnen rund 80 Patienten im Bereich des gesamten Pfarrverbandes und darüber hinaus. Dabei sind sie mit fünf Fahrzeugen unterwegs und leisten so wertvolle Hilfe bei der Pflege von alten und kranken Menschen.

Zurückblickend auf die Anfänge dieser sozialen Einrichtung, so Pfarrer Ludwig Samereier, war auch hier die christliche Nächstenliebe nach dem Vorbild des "Barmherzigen Samariters" die Motivation dafür.

Bereits 1929 sorgte sich der damalige Pfarrer Josef Pledl um die vielen alten und kranken Menschen, die auf den Höfen dahinsiechten. Er erreichte damals, dass zwei "Niederbronner Schwestern" die in Neuötting stationiert waren, auch Pflegedienste in Reischach übernehmen. Er gründete auch einen Krankenpflegeverein, der für den Unterhalt der Ordensschwestern aufkam und legte so den Grundstein für die heutige Institution.

1949 hat der damalige Pfarrer Josef Straubinger den "Seldmeierhof" erworben, auf dessen Gelände das "Schwesternhaus" mit Krankenpflegestation, Kindergarten und Nähschule errichtet wurde. Wie Pfarrer Samereier weiter erwähnte, wurde diese Sozialstation im Jahr 1968 unter die Trägerschaft der Katholischen Pfarrkirchenstiftung Reischach gestellt und bekam den Namen "St. Elisabeth". Der damalige Kirchenpfleger Josef Stockner sorgte für die Verwaltung der Einrichtung.

Die Klosterfrauen, die bekanntesten davon Sr. Marcrina und Sr. Gundlindis, übernahmen nicht nur den Pflegedienst, sondern kochten auch für Familienangehörige und leisteten weitere Familienfürsorge.

Nach dem Abzug der Ordensschwestern aus Reischach hat Marianne Unterstraßer diese Einrichtung übernommen, weitergeführt und geprägt. Unter ihrer Leitung wurde die Sozialstation zu einer Einrichtung in der jetzigen Größe ausgebaut.

Ludwig Demmelhuber hat seit 1994 als Kirchenpfleger dafür gesorgt, dass diese Einrichtung stets an Umfang und Leistung gewonnen hat.

Wie Pfarrer Samereier betonte, hat die Sozialstation "St. Elisabeth" bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert und ist aus Reischach nicht mehr wegzudenken.

Zum Abschluss des Festgottesdienstes, bei dem auch Vertreter des gesamten Pfarrverbandes, der Kommunen, Ärzte, und Apotheker anwesend waren, bedankten sich Pfarrer Ludwig Samereier und der neue Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner bei allen Pflegekräften mit einer Rose. Eine besondere Ehre wurde auch Ludwig Demmelhuber, der wesentlich zum Aufbau der Sozialstation beigetragen hat zuteil, ebenso Johann Gottschaller, der sich um den umfangreichen Fuhrpark kümmert und Hausmeister Konrad Hinterwinkler. − hok

 

(ANA vom 29.03.2019)