"Unendlich wertvolle Lebensleistung"

Erlbach und Arbing würdigen scheidenden Heimatpfleger Alois Stockner mit einer Feierstunde

Mit Urkunden und Präsenten bedanken sich Pfarrer Ludwig Samereier (von links) und Bürgermeister Franz Watzinger beim Ortsheimatpfleger Alois Stockner und seiner Frau Irmgard. −Foto: Hochhäusl Mit Urkunden und Präsenten bedanken sich Pfarrer Ludwig Samereier (von links) und Bürgermeister Franz Watzinger beim Ortsheimatpfleger Alois Stockner und seiner Frau Irmgard. −Foto: Hochhäusl

 

Erlbach. Ihre Anerkennung für sein jahrzehntelanges Wirken als Heimatpfleger haben Vertreter der Gemeinde Erlbach sowie der Pfarreien Erlbach und Arbing gegenüber Alois Stockner bei einer Feierstunde im Gasthaus Huberhof zum Ausdruck gebracht. Stockner hatte sein Amt wie berichtet mit dem Jahreswechsel abgegeben.

Erlbachs Bürgermeister Franz Watzinger verlas eingangs das Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 19. Juli 1972, in der Alois Stockner vom damaligen Gemeinderat unter Bürgermeister Bartholomäus Eglseder zum Ortsheimatpfleger bestimmt wurde. Alois Stockner habe in den folgenden fast 46 Jahren aus eigenem Antrieb eine Arbeit geleistet, die unersetzlich ist. Seine Nachforschungen umfassten das Schul- und Gemeindewesen, die Kirchen und Vereine, Adelsgeschlechter und Familienstammbäume. In verständlicher Weise, so Bürgermeister Watzinger, habe der Ortsheimatpfleger dies alles niedergeschrieben und dokumentiert. Er habe alte Flurnamen erforscht und darüber zahlreiche Artikel verfasst, sowie in vielen interessanten Vorträgen dies alles einem breiten Publikum bekannt gemacht.

Ein unbezahlbarer Schatz sei das 550 Seiten umfassende "Erlbacher Heimatbuch", in dem alle Ortsteile, die Kirchen- und Gemeindegeschichte, sowie alle Vereine genauestens beschrieben sind. "Damit hat Du ein zeitloses Nachschlagewerk für die Nachfahren geschaffen", so Bürgermeister Watzinger an Stockner gewandt.

Eine große Herausforderung für Alois Stockner war nach Watzingers Worten die Ordnung des Gemeindearchivs. Aus einem "Dachboden voller verstaubter Akten und Papieren" habe der Ortsheimatpfleger ein geordnetes und überschaubares Archiv geschaffen, in dem dank eines "Findbuches" alle Akten schnell aufzufinden sind.

Auch Pfarrer Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier würdigte Alois Stockners Arbeit: "Die Gemeinden und Pfarreien in unserer Gegend sind diejenigen, die heimatgeschichtlich am besten erforscht und dokumentiert sind", zitierte er das Urteil von Diözesan-Archivar Dr. Herbert Wurster. Diese Arbeit mache nur, wer unendliche Liebe zu seiner Heimat hat. Dank der Mühen von Alois Stockner seien die Geschichten der Pfarreien, der Bruderschaften und Vereine, der Priester und Ordensleuten dokumentiert und den kommenden Generationen erhalten geblieben. Die Anlage der Archive sei eine "staubige Angelegenheit", bei der anderswo schon manche Leute am "Archivstaub" erkrankt seien, so der Pfarrer. Neben dem Erlbacher Pfarrarchiv hat Alois Stockner auch für die Pfarrei Arbing das Archiv, das nach Winhöring ausgelagert worden war, wieder zurückgeholt und neu geordnet. Die Lebensleistung von Alois Stockner sei unendlich wertvoll, waren sich alle Anwesenden einig.

Seine Sorge: Dass kein Nachfolger gefunden wirdAlois Stockner betonte, er habe all diese Arbeit mit viel Freude gemacht. In insgesamt elf Heimatbüchern und unzähligen Veröffentlichungen im "Öttinger Land" und anderen Publikationen habe er den kommenden Generationen komplexe Nachschlagewerke hinterlassen. Einen großen Dank richtete der Geehrte an seine Frau Irmgard, die immer hinter seiner Arbeit gestanden sei und ihn immer unterstützt habe. Seine größte Sorge sei momentan, keinen Nachfolger für diese Arbeit zu finden. Er, so Alois Stockner, habe jedenfalls ein Fundament gelegt. Für diesbezügliche Fragen stehe er aber weiterhin zur Verfügung und es werden auch künftig noch seine Beiträge in der Reihe "Öttinger Land" erscheinen.

Mit Urkunden und Präsenten bedankten sich Bürgermeister Franz Watzinger, Pfarrer Ludwig Samereier und die Kirchenpfleger von Erlbach und Arbing für die Arbeit des Ortsheimatpflegers.

Ein Fazit der Feierstunde: Heute stehen mehr Technik und Wissens-Archive zur Verfügung, die Menschen sind aber trotzdem nicht klüger geworden. − hok

 

(ANA vom 30.01.2019)