Diesem Heiligen waren andere nicht egal

Jahreshauptfest mit Konvent der Sebastianibruderschaft Endlkirchen – Freude über drei Neuaufnahmen

Die Prozession um die Kirche wird angeführt von Maria Werkstetter (von links), Xaver Kasböck und Alois Haßlberger, gefolgt von einer Figur des Heiligen Sebastian, sowie Pfarrer Ludwig Samereier mit der Reliquie. Die Prozession um die Kirche wird angeführt von Maria Werkstetter (von links), Xaver Kasböck und Alois Haßlberger, gefolgt von einer Figur des Heiligen Sebastian, sowie Pfarrer Ludwig Samereier mit der Reliquie.

 
200 "Sebastianipfeile", ein Blätterteiggebeck, erhielten den Segen von Pfarrer Ludwig Samereier, ehe sie verkauft wurden. Auf dem Altar: Das Kreuz mit der Reliquie des Pestheiligen. −Fotos: Hochhäusl 200 "Sebastianipfeile", ein Blätterteiggebeck, erhielten den Segen von Pfarrer Ludwig Samereier, ehe sie verkauft wurden. Auf dem Altar: Das Kreuz mit der Reliquie des Pestheiligen. −Fotos: Hochhäusl

Endlkirchen. Als Heiligen, dem die anderen nicht egal waren – so hat Pfarrer Ludwig Samereier den heiligen Sebastian beim Jahreshauptfest der gleichnamigen Bruderschaft in Endlkirchen bezeichnet. Rund 80 Mitglieder waren beim Festgottesdienst in der Filialkirche zugegen. Beim anschließenden Konvent im Gasthaus Auer zog die Sebastianibruderschaft Bilanz über das vergangene Jahr.

Wegen Kritik am Kaiser zum Tode verurteiltIn seiner Festansprache berichtete Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier von einem Besuch in den Katakomben von Rom. Dort wurde der Leichnam des Märtyrers bestattet, nachdem er durch Kaiser Diokletian Anfang des 4. Jahrhunderts hingerichtet worden war. Die Todesstrafe hatte man ausgesprochen, weil er die Christenverfolgung des Kaisers kritisiert hatte. Die erste Hinrichtung, der Erschießung mit Pfeilen, überlebte er und wurde dann mit Keulen erschlagen. Nachdem eine große Verehrung eingesetzt hatte, fand Sebastian in einer neu errichteten Kapelle seine letzte Ruhestätte.

Besonders in Zeiten, in denen die Menschen unter der Pest litten, suchten sie Hilfe beim heiligen Sebastian. Mitglieder von "Bruderschaften" kümmerten sich um die Not der Kranken und bestatteten die Toten, so der Geistliche.

Der Festgottesdienst wurde vom Reischacher Singkreis unter der Leitung von Klaus Hölzlwimmer musikalisch umrahmt. Wie Pfarrer Samereier betonte, sind in fast allen Kirchen des Pfarrverbandes Figuren und Bildnisse des heiligen Sebastian vorhanden. Besonders stolz ist die Endlkirchener Bruderschaft auf den Besitz einer kleinen Reliquie des heiligen Sebastian. Diese wurde in einer Prozession von Pfarrer Samereier drei Mal um die Kirche getragen.

Beim anschließenden Konvent im Gasthaus Auer, einer Veranstaltung vergleichbar mit der Jahreshauptversammlung bei Vereinen, berichtete die Vorsitzende Maria Werkstetter über das abgelaufene Jahr. Nachdem acht Mitglieder verstorben und drei eingetreten sind, zählt die Bruderschaft aktuell 148 Mitglieder. Mit Fahnenabordnung war die Bruderschaft nach den Worten von Maria Werkstetter vertreten bei kirchlichen Festen und beim 25-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Samereier. Im November ist der ehemalige Reischacher Pfarrer Heribert Unterhuber verstorben. Dieser hatte in seiner Amtszeit die Bruderschaft wieder neu belebt.

Bei einem Ausflug wurden die Kirchen von Gartlberg, Ulbering und Kößlarn besichtigt, anschließend besuchte man in Parzham ein Theaterstück über den Heiligen Bruder Konrad. Auch für dieses Jahr ist wieder ein Ausflug, voraussichtlich nach Straubing, vorgesehen. Als neue Mitglieder traten Lena Prex sowie Maria und Josef Schwertfellner der Bruderschaft bei.

Dem Bericht von Kassier Heinrich Freibuchner war zu entnehmen, dass die Einnahmen überwogen hätten: Nachdem 2017 für die Kirchenrenovierung 3000 Euro gespendet wurden, konnte der Kassenbestand um rund 600 Euro aufgebessert werden. Kassenprüfer Johann Köpf bestätigte eine ordentliche Kassenführung und beantragte, Kassier und Vorstand zu entlasten. Dagegen gab es keine Einwände.

Geld in die Kasse gebracht hat auch wieder der Verkauf von 200 "Sebastianipfeilen". Dieses von der örtlichen Bäckerei hergestellte Blätterteiggebäck war vorher beim Festgottesdienst gesegnet worden. − hok

 

(ANA vom 23.01.2019)