"Bewundernswert und vorbildlich gewirkt"

Stephanusplakette der Diözese für Marianne Unterstraßer – Sie leitete Ambulanten Kranken- und Altenpflege St. Elisabeth

Veronika Latta (rechts) ist die neue Leiterin der Pflegestation und übernimmt damit die Nachfolge von Marianne Unterstraßer, die den Ruhestand angetreten hat. Veronika Latta (rechts) ist die neue Leiterin der Pflegestation und übernimmt damit die Nachfolge von Marianne Unterstraßer, die den Ruhestand angetreten hat.

 
Nicht nur Bürgermeister Alfred Stockner (von links) und Pfarrer BGR Ludwig Samereier gratulieren Marianne Unterstraßer zur Auszeichnung mit der Stephanus-Plakette, sondern auch Kirchenpfleger i. R. Ludwig Demmelhuber, neuer Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Edith Brunner. −Fotos: Buchberger Nicht nur Bürgermeister Alfred Stockner (von links) und Pfarrer BGR Ludwig Samereier gratulieren Marianne Unterstraßer zur Auszeichnung mit der Stephanus-Plakette, sondern auch Kirchenpfleger i. R. Ludwig Demmelhuber, neuer Kirchenpfleger Dr. Josef Brunner und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Edith Brunner. −Fotos: Buchberger

Endlkirchen/Reischach. Mit der Stephanusplakette ist Marianne Unterstraßer am Montagabend ausgezeichnet worden. Sie erhielt die höchste Auszeichnung, die der Bischof von Passau für Laien vergibt, im Rahmen ihrer Verabschiedung im Gasthaus Auer in Endlkirchen.

Wie bereits berichtet war Marianne Unterstraßer Ende des vergangenen Jahres nach fast 24 Dienstjahren als Leiterin der Ambulanten Kranken- und Altenpflege St. Elisabeth in Ruhestand gegangen. Geladen zur Abschiedsfeier hatte die Pfarrei Reischach, ist doch die Reischacher Sozialstation eine Einrichtung der Katholischen Pfarrkirchenstiftung Reischach. Neben Unterstraßers Familie füllten Vertreter des Pfarrverbandes und des Pfarrgemeinderates, örtliche Ärzte und Apotheker, sowie die Mitarbeiter der Pflegestation das Gastzimmer.

"In beeindruckender Weise die Diakonia ausgeübt"In seiner Laudatio hob Pfarrer BGR Ludwig Samereier das Lebenswerk Marianne Unterstraßers hervor. Jede Pfarrgemeinde, so Samereier, lebe aus den drei Dimensionen des Glaubens die Liturgie – dies seien die Verkündigung, das Zeugnisgeben (Martyria) und der Dienst am Nächsten (die Diakonia oder Caritas). Unterstraßer habe mit ihren Mitarbeiterinnen in der Ambulanten Kranken- und Altenpflegestation die Diakonia, den Dienst an kranken und alten Menschen in eindrucksvoller Weise ausgeübt, sagte er. Ihr Wirken sei in den mehr als 20 Jahren als Leiterin bewundernswert und vorbildlich gewesen.

Ihren Dienst habe sie stets auch als kirchlichen Dienst gesehen, sie sei immer im Namen der Pfarrgemeinde Reischach unterwegs gewesen. "Das Zusammenwirken mit mir war für sie selbstverständlich", betonte Samereier. Er charakterisierte Unterstraßer als "sehr unkomplizierte Person", die häufig kurzfristig manche Not gelindert und vielfach Hilfestellung gegeben habe. Mit ihrem "nimmermüden Einsatz" habe sie ein glaubwürdiges Zeugnis der Pfarrgemeinde gegeben und diese damit in besonderer Weise verkörpert. Dies sei mit der Verleihung der Stephanusplakette durch Bischof Dr. Stefan Oster jetzt zum Ausdruck gekommen, so Samereier. Mit Rosen und einem Buchgeschenk bedankte sich der Ortsgeistliche bei der Geehrten. Er hoffe, dass Unterstraßer jetzt Dinge verwirklichen könne, für die bisher keine Zeit gewesen sei.

Ehrende Worte für die scheidende Stationsleiterin fand auch Erster Bürgermeister Alfred Stockner. Unterstraßers Einsatz für die Pflegestation sei im Laufe der vergangenen 24 Jahre so intensiv gewesen, dass es momentan schwierig sei, sich die Einrichtung ohne sie vorstellen zu können, sagte er. Durch deren fachliche Qualifikation, vor allem aber durch ihre menschliche Wärme und ihr Einfühlungsvermögen habe sie die Menschen in der Gemeinde unterstützt. Vielen sei sie ein Ratgeber in schweren Stunden gewesen, sei ihnen mit tröstenden Worten und Gesten oder einfach mit einer Umarmung zur Seite gestanden, sagte er. Mit Unterstraßers großem persönlichen Einsatz sei die Pflegestation Schritt für Schritt verbessert und zu der großartigen Einrichtung gemacht worden, die sie heute ist. "Dein Wirken und die Arbeit der Ambulanten Kranken- und Altenpflegestation St. Elisabeth ist Teil der Lebensqualität unser Gemeinde", so Stockner in seinen Dankesworten.

Als Abschiedsgeschenk überreichte er Unterstraßer einen jungen Weidenbaum und einen Glaskrug mit dem Gemeindewappen.

Respektvolle wie auch dankbare Worte an die scheidende Pflegestationsleiterin richtete auch der langjährige Geschäftsführer der Reischacher Pfarrkirchenverwaltung, Ludwig Demmelhuber. Auch er ist wie berichtet zum Ende des Vorjahres als Kirchenpfleger in den Ruhestand getreten. 24 Jahre habe er als kaufmännischer Leiter "sehr eng und loyal" mit Marianne Unterstraßer zusammengearbeitet. Es sei dabei in der Ambulanten Kranken- und Altenpflege Reischach stetig aufwärts gegangen, man habe sich sogar ein Rücklagenpolster schaffen können.

Statue von St. Elisabeth für die "beste Chefin der Welt" Demmelhuber betonte, dass die Reischacher Sozialstation die einzige in der Diözese sei, die von einer Pfarrkirchenstiftung geführt werde. Unterstraßer habe sich durch ihr herausragendes pflegerisches Lebenswerk die Stephanusplakette hoch verdient, sagte er anerkennend.

Ihrer Nachfolgerin auf dem Posten der Pflegedienstleitung, Veronika Latta, stattete Demmelhuber indes mit einer Stimmgabel aus: "Damit immer der richtige Ton für Patienten und Mitarbeiter getroffen wird", sagte er und wünschte viel Erfolg für die bevorstehende Arbeit. Mit einem Ständchen, einer Statuette der heiligen Elisabeth, der Einrichtungs-Namensgeberin, und vielen guten Wünschen verabschiedeten sich die Mitarbeiterinnen von der "besten Chefin überhaupt." − mbu

 

(ANA vom 17.01.2019)