Pfarrer i.R. Heribert Unterhuber gestorben

Er wirkte 26 Jahre lang in Reischach

Im Alter von 83 Jahren rief ihn der Herr zu sich: Der frühere Reischacher Ortspfarrer Heribert Unterhuber ist gestorben. −F.: mbu Im Alter von 83 Jahren rief ihn der Herr zu sich: Der frühere Reischacher Ortspfarrer Heribert Unterhuber ist gestorben. −F.: mbu

Reischach. Bestürzung hat die Nachricht vom Tod des langjährigen früheren Reischacher Ortsgeistlichen Heribert Unterhuber ausgelöst: Der Priester ist am Allerseelentag im Alter von 83 Jahren im St.-Klara-Heim in Altötting, wo er zuletzt gelebt hatte, einer heimtückischen Krankheit erlegen.

Unterhuber war von 1978 an 26 Jahre lang Pfarrherr der Pfarrei St. Martin und hat sie nachhaltig geprägt. Er zeichnete sich durch Nähe zu den Menschen, Humor und Warmherzigkeit aus. Unterhuber machte sich für den Neubau bzw. die Sanierung u.a. diverser Gotteshäuser, des Pfarrheims Reischach und des "Priesterhauses" stark. In der Pfarrkirche St. Martin wurden in seiner Amtszeit eine neue Orgel und der heutige Altar eingebaut. Fünf junge Männer aus dem Pfarrverband hat er auf dem Weg zum Priesterberuf begleitet.

Den Ruf des "Machers" hat er sich redlich erworbenSein Wirken ging aber auch über die priesterliche Tätigkeit hinaus. So hatte er am Neubau des Kindergartens St. Martin maßgeblichen Anteil und ermöglichte die Ausweisung neuer Baugrundstücke, die er in Erbpacht zur Verfügung stellte. Viele junge Familien konnten dadurch ihren Wohnsitz in Reischach behalten. Unterhuber, der sich den Ruf des "Machers" redlich verdient hatte, war einer der Impulsgeber für die Wiederaufnahme der Leonhardiritt-Umritt-Tradition in Steinhausen, der erst am Samstag wieder gepflegt wurde (siehe Bericht links) und setzte sich mit Nachdruck für die Schaffung der "Sozialstation" ein. Unvergessen ist er auch als Verfasser und Herausgeber kleiner Schriften sowie als Musiker und Menschenfreund. Dass er sich auch mal für einen Spaß nicht zu schade war, stellte er 1979 unter Beweis, als er sich mit dem damaligen Bürgermeister Hans Wimmer beim "Sautrog-Rennen" am Badesee ein Duell lieferte.

Unterhuber war am 25. Januar 1935 in Burghausen zur Welt gekommen und wuchs dort mit zwei Geschwistern auf. Er erlernte nach dem Schulbesuch das Schreinerhandwerk und übte es von 1949 bis 1956 aus. Jedoch fühlte er sich zur Priestertätigkeit berufen. Und so holte er 1962 am Gymnasium für Spätberufene in Waldram bei Wolfratshausen das Abitur nach und studierte dann an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Passau. 1967 wurde er im Dom zu Passau zum Priester geweiht und feierte seine Primiz in Burghausen.

Im Anschluss war er im Einsatz in Neuötting, später dann in Vilshofen. Ab März 1973 schloss sich eine fünfjährige Tätigkeit als Domvikar in Passau an, er war dort Leiter der Diözesanstelle für geistliche Berufe der Kirche, Beauftragter für Spätberufene sowie geistlicher Beirat für die Pfarrhaushälterinnen in der Diözese. Am 1. September 1978 übernahm er die Pfarrei St. Martin in Reischach und wurde zugleich Pfarrverwalter in Arbing. Bis Juli 2004 war er hier im Einsatz, ehe er in den Ruhestand ging und vom heutigen Ortsgeistlichen Ludwig Samereier abgelöst wurde.

Danach nahm er seinen Wohnsitz in Neuötting, zuletzt im St.-Klara-Heim in Altötting. Jahrzehntelang war die aus Pettenau, Gemeinde Ering, stammende Maria Jungsberger an seiner Seite: Die ausgebildete Dorfhelferin kam 1970 in Vilshofen als Pfarrhaushälterin zu ihm, war später Sekretärin in der Diözesanstelle "Berufe der Kirche" in Passau und begleitete ihn ab 1978 auch nach Reischach. Auch ab dem Ruhestand 2004 war sie an seiner Seite. Maria Jungsberger war die "gute Seele" in seinem Haushalt, hielt dem Geistlichen den Rücken frei, gab ihm Ansprache und Halt. Hart traf ihn ihr Tod im Juni 2016 und wirkte sich auch auf seine Gesundheit negativ aus. Schon von der Krankheit gezeichnet, feierte Unterhuber im Juli 2017 in seiner Heimatpfarrei in Burghausen das Goldene Priesterjubiläum.

Unterhuber wurde vielfach ausgezeichnet: So erhielt er 1988 die Denkmalschutzmedaille des Freistaates Bayern. Die Gemeinde Reischach ernannte ihn 2000 zum Ehrenbürger. − mbu Am Dienstag, 6. November, finden um 19 Uhr das Totengebet für Heribert Unterhuber in der Pfarrkirche St. Martin statt. Am Mittwoch, 7. November, beginnt um 14.30 Uhr der Trauergottesdienst mit anschließender Bestattung im Reischacher Priestergrab.

 

(ANA vom 05.11.2018)