Der "ewige Pförtner" hielt Einzug in der Pfarrkirche St. Martin

Segen für Martin Peterbauers Bruder-Konrad-Statuette beim Sonntags-Gottesdienst in Reischach

Manfred Buchberger 08.08.2018

Beim Segnungs-Akt: Reischachs Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber (von links) und "Haus- und Hof-Künstler" Martin Peterbauer mit Pfarrer Ludwig Samereier. − Fotos: mbu Beim Segnungs-Akt: Reischachs Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber (von links) und "Haus- und Hof-Künstler" Martin Peterbauer mit Pfarrer Ludwig Samereier. − Fotos: mbu

Mit einer Bibel als Geschenk begrüßt Pfarrer Ludwig Samereier die neue Wortgottesdienst-Leiterin Michaela Brunner. Mit einer Bibel als Geschenk begrüßt Pfarrer Ludwig Samereier die neue Wortgottesdienst-Leiterin Michaela Brunner.

Reischach. Die Pfarrkirche St. Martin ist seit Sonntag mit einer neuen Bruder-Konrad-Statuette um eine Heiligenfigur reicher: Pfarrer BGR Ludwig Samereier hat beim morgendlichen Gottesdienst das kürzlich der Pfarrei gespendete sakrale Kunstwerk gesegnet. Erschaffen hat das Heiligen-Gebilde Martin Peterbauer aus Taiding im Auftrag eines nicht namentlich genannten Gönners.

Es ist nicht Peterbauers erstes Werk, das im Reischacher Gotteshaus seine Heimat gefunden hat – in den vergangenen Jahrzehnten wuchs das Konvolut an Heiligenfiguren aus der Hand des Endlkirchener Kirchenpflegers und "Haus- und Hofkünstlers" des Pfarrverbandes ständig, so Samereiers Worte. Freilich: Eine Bruder-Konrad-Figur, so Peterbauer im Gespräch mit dem Anzeiger, sei bis dato in der St. Martin-Kirche nicht präsent gewesen.

Über vier Jahrzehnte war er Pförtner im St.-Anna-KlosterPfarrer Ludwig Samereier war die Freude über das neue Schmuckstück in der Kirche beim Segnungsakt im Beisein des Künstlers sowie des Reischacher Kirchenpflegers Ludwig Demmelhuber anzumerken, war doch der Heilige wie er selber in jungen Jahren vom Pflug weg zum Dienst des Herrn berufen worden. Bauernsohn Samereier bekennt sich als glühender Verehrer des Heiliggesprochenen, der 1818 und damit vor genau 200 Jahren, im niederbayerischen Parzham im Rottal als Johannes Evangelist Birndorfer auf die Welt gekommen ist. Über vier Jahrzehnte, bis zu seinem Tod im Jahr 1894, war der Laienbruder des Kapuzinerordens Pförtner im Altöttinger St. Anna-Kloster.

Die Statuette des Heiligen Bruder Konrad ziert jetzt die Reischacher Pfarrkirche. Die Statuette des Heiligen Bruder Konrad ziert jetzt die Reischacher Pfarrkirche.

"Allgegenwärtig" sei das Leben und Wirken des Mit-Patrons der Diözese Passau, sagte Samereier. Man könne sowohl den Geburtsort des 1934 heiliggesprochenen Kapuziners als auch dessen Wirkungsstätte in Altötting besuchen. Peterbauers aus Lindenholz geschaffene Figur mit einer Höhe von zirka 55 Zentimeter weist indes alle Attribute auf, die mit dem "ewigen Pförtner", wie er auch genannt wird, in Verbindung gebracht werden: In der linken Hand ein Kruzifix und am Ringfinger ein baumelnder Rosenkranz, in der rechten einen Brotlaib verteilend. Auf der rechten Körperseite der Gestalt im braunen Habit findet sich am Cingulum der obligatorische Pfortenschlüssel des Klosters.

Gefasst wurde das Schnitzwerk mit dem hölzernen und in Marmoroptik gehaltenen Sockel mit der Inschrift "Hl. Bruder Konrad bitte für uns" vom Marktler Kirchenmaler Helmut Stöhr. Ihren festen Standort hat die Statuette jetzt in unmittelbarer Nähe des rechten Seitenaltars gefunden.

Michaela Brunner neue Wortgottesdienst-LeiterinIm gut gefüllten Reischacher Gotteshaus gab es indes einen weiteren Grund zur Freude: Michaela Brunner, die ihr Studium der Elektrotechnik erfolgreich abgeschlossen hat und seit vielen Jahren den Ministranten-Dienst verrichtet, ist als neue Wortgottesdienst-Leiterin begrüßt worden. Diözesan-Bischof Dr. Stefan Oster hat die junge Frau, Tochter der Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Edith Brunner, für die Dauer von fünf Jahren für den Dienst beauftragt.

Nach der im vollen Wortlaut verlesenen Urkunde des Passauer Oberhirten vom 13. Juli dieses Jahres hat sich Brunner bereit erklärt, den zuständigen Pfarrer bei der Feier der Tagzeitenliturgie sowie der Feier der Andachten zu unterstützen. Samereier hob anerkennend hervor, dass sich die junge Frau die dafür erforderlichen Kenntnisse neben dem Studium erworben habe. Mit einem freundlichen Applaus der Kirchenbesucher und einer Bibel als Antrittsgeschenk des neuen "Chefs" trat Brunner offiziell ihre neue Aufgabe an. "Ich freue mich sehr darauf", sagte sie gegenüber dem Anzeiger.

 

(ANA vom 8.8.2018)