Pfarrverband unterstützt Kirchenbau in Indien

Indischer Bischof zu Gast im Reischacher Pfarrverband

Pfarrvikar Kumar Yangaladasu (re.) und Pfarrer Ludwig Samereier (2.v.r.) freuen sich über den Besuch von Bischof Josef Raja Rao Thelegathoti aus der Diözese Vijayawada/Indien (2.v.l.), sowie dessen Bruder Paul, der den Pfarrverband Kirchham/Bad Füssing leitet. − Foto: Hochhäusl Pfarrvikar Kumar Yangaladasu (re.) und Pfarrer Ludwig Samereier (2.v.r.) freuen sich über den Besuch von Bischof Josef Raja Rao Thelegathoti aus der Diözese Vijayawada/Indien (2.v.l.), sowie dessen Bruder Paul, der den Pfarrverband Kirchham/Bad Füssing leitet. − Foto: Hochhäusl

Reischach. Ein hoher Würdenträger der Katholischen Kirche in Indien war am Pfingstsonntag zu Gast im Pfarrverband Reischach: der indische Bischof Joseph Raja Rao Thelegathoti zelebrierte zusammen mit seinem Bruder Paul, sowie Bischöflich Geistlichen Rat Ludwig Samereier und Pfarrvikar Kumar Yangaladasu den Festgottesdienst in der voll besetzen Reischacher Pfarrkirche. Pfarrvikar Kumar freute sich besonders über diesen Besuch, da er in der von Bischof Joseph verwalteten Diözese Vijayawada beheimatet ist.

In seiner Predigt zum Pfingstfest stellte der Bischof in gut verständlicher deutscher Sprache auch seine Diözese vor.

Die Diözese Vijayawada liegt im Bundesstaat Andhrapradesh im Südosten von Indien und ist etwa fünf Mal so groß wie das Bistum Passau. Von den rund 4,6 Millionen Einwohnern sind 260.000 Katholiken. Sie wurde bereits 1646 von einer Augustiner-Bruderschaft gegründet und hatte die Bildung der Armen zum Ziel. Die Katholische Kirche unterhält dort 98 Pfarreien, in denen 211 Priester und mehr als 800 Ordensleute wirken. Neben zahlreichen Schulen und Gymnasien werden von der Diözese auch 55 Waisenhäuser, 19 Krankenhäuser und viele Jugendeinrichtungen unterhalten.

Nach seiner Priesterweihe 1980 und mehreren Studiengängen wirkte Joseph Raja Rao Thelegathoti im Orden der "Society of Mary-Montfort-Missionare" und wurde 2016 von Papst Franziskus zum Bischof ernannt.

Zur Diözese Vijayawada gehört auch die Heimatpfarrei Kotapadu von Pfarrvikar Kumar. Dort leben rund fünfhundert Katholiken, die meist der niedrigsten Kaste, den "Dalits" angehören. Sie besitzen kein eigenes Land und arbeiten meist als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft. Nur etwa sechzig Prozent der Kinder gehen zur Schule und arbeiten anschließend meist als Tagelöhner. Mangels finanzieller Mittel bleibt ihnen eine Ausbildung verwehrt.

In zahlreiche kirchlichen Verbänden wie "Legion of Mary", "Vinzent-de-Paul-Bruderschaft", Müttervereinen, Frauenbund und Landjugend wird in der Pfarrei Kotapadu ein tiefer Glaube gelebt. Allerdings mangelt es dort an geeigneten Räumlichkeiten. Das Ziel ist der Neubau einer Kirche mit entsprechenden Veranstaltungs- und Bildungsräumen. Dies würde eine enorme Aufwertung für den Ort und deren Bewohner bedeuten und die Entwicklung in allen Bereichen positiv beeinflussen. Die Kosten für den Kirchen-Neubau werden auf 80000 Euro veranschlagt, wovon der Großteil über Spenden finanziert werden muss.

Der in Kirchham als Pfarrer wirkende Bruder des Bischofs, Paul Thelegathoti hat diesen bei seinen Ausführungen unterstützt.

Der Ortspfarrer, Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier, brachte seine Freude über diesen hohen Besuch zum Ausdruck. Er hob besonders die Beliebtheit und die gute Arbeit seines Pfarrvikars Kumar Yangaldasu hervor, was die Kirchenbesucher mit großem Applaus quittierten. Er bat den Bischof, er möge Kumar mindestens noch zehn Jahre im Pfarrverband Reischach belassen.

Zum Ende des Pfingstgottesdienstes, der vom Kirchenchor und einem Streichensemble gestaltet wurde, gab Pfarrer Ludwig Samereier bekannt, dass der Pfarrverband Reischach mit einer großzügigen Spende den Grundstein für das Kirchenbauprojekt legen werde.

Zu diesem Vorhaben "Kirche im Dorf", für das sich Kumar Yangaladasu besonders einsetzt, wird dieser am Donnerstag, 12. Juni, um 19.30 Uhr im Reischacher Pfarrheim einen eigenen Informationsabend gestalten. − hok

 

(ANA vom 23.5.2018)