Der hl. Sebastian – auch heute noch Vorbild

Die Sebstianibruderschaft Endlkirchen feierte ihren Schutzpatron mit Festgottesdienst, Prozession und Konvent

Mit einem Geschenkkorb gratulieren nicht nur Pfarrer Ludwig Samereier (von links) und 2. Vorsitzender Alois Haßlberger der langjährigen Organistin Anna Rothenaicher zum 85. Geburtstag, sondern auch die 1. Vorsitzende der Sebastianibruderschaft, Maria Wekstetter. − Fotos: Hochhäusl Mit einem Geschenkkorb gratulieren nicht nur Pfarrer Ludwig Samereier (von links) und 2. Vorsitzender Alois Haßlberger der langjährigen Organistin Anna Rothenaicher zum 85. Geburtstag, sondern auch die 1. Vorsitzende der Sebastianibruderschaft, Maria Wekstetter. − Fotos: Hochhäusl

Mit einem Präsent dankt Vorsitzende Maria Werkstetter der langjährigen Schriftführerin Irmengard Stockner (links) für ihre vorbildliche Tätigkeit. Mit einem Präsent dankt Vorsitzende Maria Werkstetter der langjährigen Schriftführerin Irmengard Stockner (links) für ihre vorbildliche Tätigkeit.

Endlkirchen. Der heilige Sebastian steht in der Pfarreifiliale Endlkirchen hoch im Kurs: in eindrucksvoller Weise ist am Sonntag sein Namenstag von den Mitgliedern der Sebastianibruderschaft würdig gefeiert worden.

Nach dem von Bischöflich Geistlichen Rat Ludwig Samereier zelebrierten Festgottesdienst erfolgte eine Prozession um die Kirche, bei der eine Reliquie des so genannten Pestheiligen mitgetragen wurde. Beim anschließenden Konvent im Gasthaus Auer berichtete die Vorstandschaft über die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres.

Trotz Folter legte er sich mit Kaiser Diokletian an"Was sind das für Menschen, die Heilige verehren?" fragte der Ortsgeistliche, Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier in seiner Festansprache in der voll besetzten Kirche. "Es sind Menschen, die wollen Vorbilder sehen, auch in Gestalt von Bildern und Statuen, sie verehren ihre Namenspatrone und geben den Kindern christliche Namen und sie wissen, dass auch die Heiligen meist Fehler hatten und nie vollkommen waren", gab er selbst Antwort auf diese Frage.

Stolz präsentiert Pfarrer Ludwig Samereier die gefasste Reliquie des Heiligen Sebastian vor dem Schrein, den Martin Peterbauer (rechts) angefertigt hat. Stolz präsentiert Pfarrer Ludwig Samereier die gefasste Reliquie des Heiligen Sebastian vor dem Schrein, den Martin Peterbauer (rechts) angefertigt hat.

Den heiligen Sebastian bezeichnete Pfarrer Ludwig Samereier als bekennenden Christen, der der christlichen Überlieferung zufolge trotz erlittener Folter mit dem römischen Kaiser Diokletian wegen dessen Christenverfolgung anlegte und deswegen mit Keulen erschlagen wurde. Er sollte auch in der heutigen Zeit mit seiner geradlinigen und unbestechlichen Art als Vorbild dienen, so der Geistliche.

Als "Pestheiliger" wird Sebastian verehrt, da seine Verehrung im 17. Jahrhundert eine Blütezeit erlebte. Zur Pestzeit während des Dreißigjährigen Krieges waren es vor allem die Mitglieder der Sebastianibruderschaften, die für eine würdige Bestattung der Pesttoten sorgten. Auch der Endlkirchener Pestfriedhof wird von den Mitgliedern dieser Bruderschaft gepflegt, wofür Pfarrer Samereier seinen Dank aussprach.

Bei der Reliquienprozession, die sich dreimal um die Kirche bewegte, wurde neben der Sebastianifahne und der Vortragestange mit dem "Pestheiligen" auch die im Besitz der Filialkirche befindliche Reliquie von Pfarrer Ludwig Samereier mitgetragen.

Der Festgottesdienst wurde vom Reischacher Frauenbundchor unter der Leitung von Bettina Weiherer feierlich gestaltet. Reißenden Absatz fanden die "Sebastianipfeile", ein Blätterteiggebäck, das eine örtliche Bäckerei angefertigt hatte.

Beim anschließenden Konvent im Gasthaus Auer berichtete Vorsitzende Maria Werkstetter über ein "ruhiges Vereinsjahr". 13 Geburtstagsjubilare wurden besucht, das "Highlight" war allerdings der 50. Geburtstag von Pfarrer Samereier, den dieser in Endlkirchen feierte (der Anzeiger berichtete). Ein Ausflug führte zu einer Sebastianikapelle nach Gern und mit einem Rosenkranz wurde um geistliche Berufe gebetet. Sie freute sich, dass mit Rosalinde Binder, Martin Gottanka, Franz Auer jun. und Sebastian Auer sich vier Mitglieder der Bruderschaft angeschlossen haben. Den Mitgliederstand bezifferte die Vorsitzende mit 153.

Langjährige Schriftführerin legt ihr Amt niederKassier Heinrich Freibuchner bezifferte die Einnahmen des vergangenen Jahres mit 1203 Euro, denen standen Ausgaben von 637 Euro entgegen. Die Kasse wurde von Johann Köpf geprüft, der nichts zu beanstanden fand und die Entlastung beantragte, die einstimmig gewährt wurde. Aus gesundheitlichen Gründen legt Irmengard Stockner ihr Amt als Schriftführerin nieder. Vorsitzende Maria Werkstetter dankte ihr für ihre Arbeit mit einem Präsent. Zur Nachfolgerin wurde Marianne Maierhofer gewählt.

Die unermüdliche Organistin Anna Rothenaicher erfuhr bei diesem Konvent eine besondere Würdigung anlässlich ihres 85. Geburtstages, den sie vor einigen Wochen gefeiert hat.

Im Rahmen der von Bischof Dr. Stefan Oster propagierten "Neuevangelisierung" warb Pfarrer Samereier um "Mitbeter", die auf Anforderung einen Rosenkranz des Bischofs zugeschickt bekommen. − hok

 

(ANA vom 24.1.2018)